Warum nach Fünf, Zehn oder Zwanzig Jahren den Gründungstag einer Kunstgalerie mit einer besonderen Ausstellung oder gar einem Fest begehen?

Es gab nicht immer Grund zum Feiern und Jubilieren, doch, immer Grund genug, um jeweils nach einem halben Jahrzehnt eine Bilanz über das bisher Erreichte zu ziehen und Vorsätze zu fassen, welche dann wiederum die Basis für die nächste Bilanz sein können.
Die Tätigkeit einer Galerie geschieht unter den Augen der kunstinteressierten Öffentlichkeit. Sie wird begleitet von den Medien, den beobachtenden Sammlern – die ja kaufen sollen – und Künstlern, für die jene Institution, welche ihre Werke der Öffentlichkeit präsentiert ein Forum sein muss, mit dem sie sich identifizieren können.

So dokumentieren diese fünfjährigen "Jubiläen" die Arbeit einer Galerie dahingehend, dass sie die jeweiligen Jahre dank der treuen und zufriedenen Sammler überstanden hat, die Presse dazu ihre Meinung kundtat und die Künstler durch ihre Loyalität (oder in einigen Fällen auch nicht) bezeugen, dass sie mit der Arbeit der Galerie und ihren Galeristen zufrieden sind.
Natürlich wechseln in einem Zeitraum von über 20 Jahren immer Akteure die Bühne. Künstler, Kritiker und Sammler treten ab oder kommen hinzu. Das Konzept und die Idee, die bei der Gründung der Galerie Lietzow die Basis waren, haben sich aber nie verändert.
In diesen Jahren zwischen 1970 und 1991 war alles enthalten, was zur Existenz einer Galerie gehört, Spannung, Krisen, Erfolgserlebnisse und vor allen Dingen – viel, viel Freude.

Karl Horst Hartmann