Berliner Morgenpost

Galerie Lietzow – Zentrum der Kunst

Nach fünfjährigem Bestehen zieht die Galerie Lietzow eine künstlerische Bilanz.
Sie zeigt Arbeiten von 16 Künstlern, mit denen das Unternehmen von Godehard Lietzow und Horst Hartmann einen starken Akzent in die Kunstszene Berlins setzt.

Es sind die gemalten Träume, die hier – neben einem mehr poetischen als phantastischen Realismus – den Anreiz für ein Publikum mit feinem Gespür des Außergewöhnlichen bieten.
Dabei haben die beiden Galeristen kein ausgesprochen zeitbezogenes oder betont modernistischen Richtungen dienendes Programm. Was sie leitet, sind Geschmack und Kultur.

Ihr Stil ist der einer zwischen heiterer Verspieltheit und sanfter Melancholie schwebender Weltaspekt. Dieser offenbart sich besonders bei den Malern und Grafikern Martin Dittberner, Heinrich Richter, Bernd Kastenholz und Peter Ackermann, sowie bei dem Bildhauer Michael Schoenholtz.

Zwei profilierte Könner sorgen für die Kontrastfarben: Fritz Köthe, der den langen Weg von einem milden Sozialrealismus zu einer eigenständigen, farbig intensiven Abwandlung von Pop-Art-Elementen ging, und Klaus Vogelgesang, der kritische Realist. Vogelgesang, dem diesjährigen Träger des Kritikerpreises, ist eine Sonderschau gewidmet. Sie lässt die überraschende Entwicklung des jungen Träumers zu einem kompromisslos harten Portraitisten in der Nachfolge von Otto Dix und George Grosz erkennen.

Arnold Bauer