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Berliner Morgenpost

Feuilleton

Jubiliert

Zehn Jahre sind ja noch keine Epoche, kein Zeitalter. Es gibt grauere Haare auch im Berliner Kunstbetrieb als auf den Häuptern von Horst Hartmann und Godehard Lietzow.
Dennoch können die beiden sich hörbar auf die Brust schlagen, wenn sie am Sonntag in ihrer Galerie eine Jubiläums-Accrochage eröffnen und anschließend, wie die Einladung verspricht, ihre Freunde "im Dachgarten-Schwimmbad" eines Hotels begrüßen.

Godehard Lietzow, dazumal schreibender und gern gelesener Kollege, inzwischen selbst malend der Muse ganz zugetan, hat seine Galerie(n) mit sehr viel Phantasie und Wagemut in Fahrt gebracht. Seine Editions-Abonnements, seine Lust auch zu räumlicher Variationgaben der Galerie interessantes, attraktives Gesicht. Er hat sich tatsächlich für S e i n e Sammler stark gemacht.
Die jetzige Ausstellung notiert wiederum Namen, die man längst mit dieser Galerie fest verbindet: Peter Ackermann, Martin Dittberner, Fritz Köthe, Marwan, Kunito Nagaoka, Heinrich Richter, Joachim Schmettau, Michael Schoenholtz. Eine Bilanz der Zusammengehörigkeit. Knesebeckstraße 32 – die Adresse lohnt immer einen Besuch.

Die Galerie zog damals in die Räume eines Feinkostgeschäfts. Man kann diese Tatsache ruhig bildlich verstehen. Denn bei der Gestaltung ihres Programms sind Lietzow/Hartmann bis heute freundliche Kulinariker geblieben.
Der Galerie und ihren Besuchern (mindestens) weitere schöne zehn Jahre.

Peter Hans Göpfert



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