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Der Tagesspiegel

Feuilleton

15 Jahre Galerie Lietzow

Unsere Galerien rüsten um. Wenn sie im August nicht ganz schließen, zeigen sie meist die obligate Accrochage (fast immer unter dem Titel "Künstler der Galerie").

Die hängen bei Lietzow schon eine ganze Weile, denn der Namensgeber Godehard und sein Kompagnon Karl Horst Hartmann konnten unlängst ihr 15jähriges Jubiläum begehen. Das mag keine lange Zeit sein; bei Galerien heißt jedoch ein Jahrzehnt erfolgreicher – das heißt kostendeckender – Arbeit schon eine ganze Menge. Wer es so lange durchhält, hat es meist geschafft.

Marwan, Schmettau, Schoenholtz, Peter Ackermann sind Namen, die sich mit dieser Galerie verbinden, sie sind gut vertreten wie auch Schenkel, Kürschner, Albert Merz, Knaupp und die beiden Neuzugänge Jürgen Sage, ein interessanter nach-tachistischer Abstrakter, Schüler von Trökes, sowie Stephan Elsner – samt Frau C.E. Beck – die durch den Dibbert-Zusammenbruch heimatlos geworden waren.

Lietzow, Maler, Kritiker, Galerist, dann lange Zeit wieder Maler, will sich jetzt wieder verstärkt künstlerisch um die Galerie kümmern, indes Hartmann sich mehr mit dem Management abgeben kann.

Das Programm seit Bestehen, so etwas wie ein solider Mainstream, qualitativ von der Mitte nach oben tendierend, findet in der Jubiläumszusammenstellung einen vortrefflichen Ausdruck. Immerhin hat Peter Vogt, von dem eine große Figur hängt, eben in Rostock den Preis der Ostsee-Biennale gewonnen.

Heinz Ohff