1990-1006
Jubiläen sind dazu da, um gefeiert zu werden. Und seit 20 Jahren auf dem abwechslungsreichen Kunstmarkt Bestand zu haben, ist eine Leistung, auf die die Galerie Lietzow in der Knesebeckstraße ganz besonders stolz ist.Eine Werkschau in zwei Teilen würdigt den besonderen Anlass, der erste wurde am Sonntag eröffnet und ist nun in den hellen, weitläufigen Räumen zu bewundern.

Mit dieser Auswahl bewiesen Godehard Lietzow und Horst Hartmann zwei Jahrzehnte lang eine glückliche Hand.
Die archaischen Tonskulpturen Lothar Fischers sind ebenso vertreten wie die abstrakten Neuwerke des Architektenmalers Peter Ackermann. Der poetische Aquarellist Heinrich Richter wurd der gewaltigen Bronzeskulptur Joachim Schmettaus gegenübergestellt, kontrastreicher könnte es gar nicht sein. Alle Künstler sind oder waren der Galerie eng verbunden, sind zum Teil durch sie zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der früh verstorbene Norris Embry ist mit einer Leihgabe ebenso vertreten wie Fritz Köthe, einer der wenigen namhaften deutschen Pop-Art-Vertreter. Und daneben die zarte, märchenhafte Poesie von Martin Dittberner, mit seiner kleinen Studie eines Jungen mit Vogel, kaum 15 x 15 cm groß, eines der anrührendstren Exponate. Qualität trotz Vielfalt, vum Unterschiedlichen das Beste, so könnte man die Lietzow-Werkschau beschreiben.

Das Beste zu zeigen – ein Wahlspruch, dem die Galerie auch weiterhin treu bleiben will. Noch bis zum 26. Juli sind die Werke der Künstler zu besichtigen, die den Weg des Lietzow-Teams von Anfang an begleiteten. Ab dem 27. Juli kommen dann im zweiten Teil der Werkschau die Künstler zum Tragen, die erst in jüngerer Zeit hinzugekommen sind.

Die beiden Ausstellungen – schon ein kleines Fest allein für alle Kunstliebhaber und –interessierten. Die Inhaber selber aber liebens gemütlich. Feste gefeiert wird erst ein bisschen später.

E. Herrmann